Die Ultras und der moderne Profifußball


Abschließende Zusammenfassung des Beitrags

Seit der Jahrtausendwende dominieren die Ultras die Fanszene in den Stadionkurven. Mediales Aufsehen erregten sie mit ihren Supports und spektakulären Choreografien. Kritisch äußerten sie sich insbesondere zur fortschreitenden Kommerzialisierung des modernen Profifußballs. Basis der Kritik bildete das gesellschaftskritische Manifest der italienischen Ultras aus den 1970er-Gründerjahren. Nachdruck verliehen sie ihrer Kritik durch bundesweit vernetzte Protestaktionen. Anfangs war das Verhältnis zwischen innovativ-offener Ultrajugendbewegung und den eher konservativen Profivereinen durch eine tiefe Wertedissonanz geprägt. Erst in jüngster Zeit nahm die wechselseitige Bereitschaft zu Dialog und Zusammenarbeit merklich zu. Je mächtiger die Ultras jedoch wurden, umso größer wurde die Rat- und Hilflosigkeit vieler Profivereine im Umgang mit ihnen. Mittlerweile spielen Ultras bei Vereinswahlen eine wichtige Rolle. Zunehmend übernehmen sie auch Funktionen im Vereinsvorstand und plädieren nachdrücklich für die Beibehaltung der 50+1-Majoritätsregel, um den Totalausverkauf der Profivereine durch kapitalstarke Investoren zu verhindern. Erste (bescheidene) Erfolge erzielten sie bei der Suche nach Wegen, wie die Abhängigkeit der Profivereine von Großinvestoren verringert und der Einfluss sowie die Bedeutung von Vereinsmitgliedern und Fans gestärkt werden könnten. Hinsichtlich der Zukunft der Ultrabewegung wird von entscheidender Bedeutung sein, inwieweit es ihr gelingen wird, Gewalt, Pyrotechnik und grenzüberschreitende Aktionen als fortwährende Konfliktherde einzudämmen.

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