Zivilgesellschaftliche Sportvereinsbewegung: 1950er Jahre bis heute


1 Zivilgesellschaftliche Basis der Sportvereine

a) Historische Wurzeln
b) Die Rechtsform eines e.V.
c) Konstitutive Merkmale des Sportvereins e.V.
d) Idealtypus und Realität

2 Der Sportverein e.V. im Nachkriegsdeutschland (1950-1970)

3 Struktureller Wandel des Sportvereins e.V. (1970-2000)

a) Trend zur Hauptamtlichkeit
b) Kommerzialisierungstendenzen

4 Die Sportvereinsbewegung im 21. Jahrhundert (seit 2000)

a) Spätmoderne Solidargemeinschaft
b) Verminderte Bereitschaft zum Ehrenamt
c) Professionalisierungsdebatte: e.V.-pur oder e.V.-plus
d) Autonomie und korporative Partnerschaft mit dem Staat
e) Megavereine
f) Ideeller Mutterverein und ausgegliederte Profiabteilung

Ausblick

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Schlüsselwörter: Zivilgesellschaft, Sportverein, Ehrenamt, Basisdemokratie, Professionalisierung, Kommerzialisierung, Profisport, Megaverein, 50+1-Regel

1 Zivilgesellschaftliche Basis der Sportvereine

a) Historische Wurzeln

Die Ursprünge der Sportvereinsbewegung in Deutschland liegen im 19. Jahrhundert begründet, als es zur Ablösung der ständisch-feudalen Agrargesellschaft durch die marktwirtschaftlich-liberale Industriegesellschaft kam. Damit einher ging eine subsystemische Differenzierung und Trennung des sich konstituierenden modernen Rechts-, Parteien- und Verwaltungsstaates von der bürgerlichen (Zivil-)Gesellschaft, die sich ihre Unabhängigkeit vom Staat im Laufe des Jahrhunderts erkämpft hat. Der mündige, selbstbestimmte Bürger (Citoyen) der Aufklärung begann das normative Leit- und Zukunftsbild moderner Demokratien zu bestimmen. An die Stelle des Geburtsprinzips der Stände, Zünfte und Gilden der mittelalterlichen Gesellschaft (Vormoderne) traten die Vereine und Assoziationen als prinzipiell freie und selbstorganisierte (Bürger-)Vereinigungen der industriellen Moderne.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts waren die vielen Turn-, Gesang- und Musikvereine aus dem Alltag der Menschen in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Durch den Siegeszug des englischen Sports und Coubertins Olympismus im 20. Jahrhundert wurden die gemeinschaftlich ausgerichteten Turnvereine zwar nach und nach durch die wettkampf- und leistungsorientierteren Sportvereine verdrängt. Ihre turnerische Vorgeschichte und zivilgesellschaftliche Verwurzelung mit der deutschen Vereinskultur bilden dennoch bis heute das tragende Fundament der Sportvereinsbewegung.

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